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Fakten und Hintergründe PDF Drucken E-Mail

Dramatische Bilder von Unfällen, Unglücken und Katastrophen gehen durch die Medien: Bilder von Toten, Schwerverletzten oder der Vernichtung wirtschaftlicher Existenzen durch materielle Schäden.

Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 600 Personen an den Folgen eines Brandes. Viele Tausend werden schwerverletzt und leiden unter psychischen Folgeerscheinungen.

Eine schnelle Menschenrettung und effektive Hilfeleistung sind daher unerlässlich.

Die in Deutschland zur Verfügung stehenden Organisationen setzen sich zu mehr als 90 % aus freiwillig und ehrenamtlich agierenden Einsatzkräften zusammen. Dies tun sie neben ihrem Beruf.

Stichwort: Trainingsmangel

Es ist fast nicht vorstellbar, dass im Einsatz vor Ort wertvolle Zeit vergeudet wird, weil Absprachen und Koordination fehlen und Mangel an Erfahrung, Fehlverhalten und falsche taktische Reaktionen weit verbreitet sind.
Diese Problematiken sind leider genauso Realität wie die erschütternden Bilder.

Es fehlen realistische Trainingsmöglichkeiten!

Die Hilfskräfte werden zwar ausgebildet, eine Weiterbildung findet jedoch – überwiegend theoretisch – nur für Führungskräfte geregelt statt. Die spärlichen Übungsgelände decken weniger als 10 % des Bedarfs. Sie sind zu klein, die Wartelisten sind lang. Alternativen gibt es schließlich kaum. Übungen außerhalb speziell präparierter Gelände sind schon aus umweltschutztechnischen Gründen nur eingeschränkt möglich. Kosten und Planung einer realistischen Übung sind gewaltig.

Die Folge: Einsatzkräfte sind durch fehlendes bzw. unzureichend organisiertes Training auf ihre vielfältigen Aufgaben nur schlecht vorbereitet.

Stichwort: Unfallrisiken bei Übungen

Bereits bei Übungen werden Einsatzkräfte schwer verletzt oder verunglücken tödlich. Allein im ersten Halbjahr 2006 gab es bundesweit bei Übungen 4 Tote und 14 Schwerverletzte zu beklagen.

Die in Eigenregie durchgeführte Standortausbildung, die die Fortbildungslücke schließen soll, birgt Gefahrenrisiken mangels ausreichender Sicherheitsstandards.

Stichwort: Großeinsätze

Bei Großschadenslagen kommt ein umfangreicher Hilfsapparat in Gang: Unterschiedliche Organisationen müssen dann Hand in Hand zusammenarbeiten.

Hier bündelt sich Know-how aber auch Gefahrenpotential: Wer niemals vorher die Gelegenheit zur Zusammenarbeit hatte, läuft Gefahr, Menschenleben zu verschenken, wenn es darauf ankommt.

Allein aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten und Gesetzesgrundlagen sind derartige interdisziplinäre Übungen Mangelware. Der Realeinsatz wird zur Übung und zur Nervenprobe.

Stichwort: Bevölkerung und Prävention

Jedes vermiedene Unglück ist ein Gewinn. Daher ist Prävention in der Bevölkerung enorm wichtig! Leider wird sie stark vernachlässigt.

Die Bevölkerung ist für die im Alltag lauernden Gefahren und Risiken nicht sensibilisiert. Bei Unfällen helfen zu müssen ist ein unangenehmer Gedanke und tabu; selbst Betroffener zu sein, wollen sich viele aus Leichtsinn nicht vorstellen.

Erste Hilfe Ausbildung und Brandschutzunterweisungen werden als langweiliges Muss empfunden. Ehrenamtliches Engagement erscheint unzeitgemäß und unrentabel.

Darum:

Wir, selbst beruflich oder ehrenamtlich mit der Problematik konfrontiert, wollen etwas ändern und mit einem innovativen Konzept für ein vielseitiges Trainings- und Informationszentrum (TIGA) Abhilfe schaffen.